Hindernistour absolviert
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14.07.2022, 20:20
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Hindernistour absolviert
Gerade komme ich von einer kurzen Tour zu einem frühen Abendmahl bei angenehmen Temperaturen auf knapp 2.000 m Seehöhe in Kühtai/Tirol zurück. Dadurch und durch die Flucht in den Fahrtwind konnte ich der sommerlichen Wärme für einige Zeit entkommen. Dabei habe ich aber übermäßig viel erlebt, woran ich euch gerne teilhaben lassen möchte.
(1) Zuerst stand eine Kuh quer auf der Fahrbahn einer Landstraße und blockierte einen Fahrstreifen. Damit muss man aber rechnen, denn vor dem Streckenabschnitt gibt es entsprechende Hinweisschilder, allerdings keine Geschwindigkeitsbegrenzung (so weit ich weiß). (2) Das nächste Hindernis auf der Fahrbahn trat in Gestalt von zwei Eseln auf (und nein, ich meine keine Autofahrer!), einer hatte die Augen geschlossen - schlief er im Stehen? (3) Als drittes Hindernis diente eine auf der Fahrbahn (nach Hause?) trottende Kuhherde, die von einem Hirten begleitet wurde. (4) Schließlich gibt es noch Baustellen mit laaaaaaanger Rotphase, unbefestigte Behelfsstraßen mit einem Bagger, einem LKW-Kipper und einem Sattelschlepper (!) vor einem, die dafür sorgten, dass sich der nächste Luftfilterwechsel auch wirklich lohnt. Mittlerweile lagen die Außentemperaturen wieder über 30°C, was einen während der kräftezehrenden Fahrt im Stau - häufig mit Schritttempo bei gezogenem Kupplungshebel - wenigstens nicht frieren ließ. (5) An langen, steilen Bergstraßen mit Überholverbot (Zirler Bergstrecke) tummelten sich Fahrzeuge, die mit 40 km/h hochfahren, es aber auf waagrechter Strecke immerhin auf 90 km/h brachten - zu langsam, um innerlich ruhig zu bleiben und zu schnell, um in Tirol strafmandatefrei zu überholen. (6) In Bayern ging's dann wieder zügiger voran. So glatt durfte die Fahrt aber nicht vonstatten gehen! Auf einer lang geschwungenen, bergab führenden Straße südlich des Walchensees, bei der nur 70 km/h erlaubt sind, stand hinter einer Kurve ein Linienbus an einer Haltestelle, die aber keine Haltebucht hat. Die Verkehrsplaner haben schlauerweise die Haltestelle ein ganz schönes Stück hinter der Kurve angelegt, damit es bei den anfahrenden Verkehrsteilnehmern zu keinen bösen Überraschungen kommen mag. Gut gedacht, aber schlecht gemacht! Hinter dem Linienbus stauten sich wegen Gegenverkehr wartende Fahrzeuge zurück bis nicht allzuweit vom Kurvenende entfernt. Ein Hinweisschild wegen Staugefahr war bisher anscheinend nicht nötig. Bevor ich mit dem Verstand realisierte, was los ist, taucht die Kawa vorne mit anfänglichem Reifenquietschen tief ein, weil mein Unterbewusstsein bereits den Anker geworfen hat. Merkwürdig finde ich dabei, kein Pulsieren des ABS zu spüren. Eigentlich hätte es zumindest zu Beginn der Bremsung aktiviert sein müssen. Für heute habe ich wahrlich genug erlebt - ich kapituliere. Das nächste Mal werde ich vielleicht einen Fotoapparat mitnehmen und jedes Hindernis als Anstupser für eine Rast wahrnehmen, um blutdruckmindernd Landschaftsfotos aufzunehmen. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Das unerwartet exquisite Abendessen in Form von Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten., garniert mit seeehr dickflüssigem Balsamico, fand zwischen den Ereignissen (1) und (2) statt. |
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14.07.2022, 22:00
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RE: Hindernistour absolviert
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Hammer Ausflug ! Und Glückwunsch zu dem Fahrstil, der dich gesund hat ankommen lassen ! . |
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14.07.2022, 23:14
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RE: Hindernistour absolviert
Danke, R_WIN!
Route mit 250 km Länge: Bad Tölz (im Bild ganz rechts oben) - Benediktbeuern - Kochel am See - über Kesselbergstraße zum Walchensee - Krün - Mittenwald - Scharnitz - Seefeld - Zirl - Telfs - Silz - Oetz im Oetztal - Kühtai - Kematen - Zirl und wieder zurück nach Bad Tölz wie bei der Anfahrt Einige Fotos könnte ich auf Wunsch bei nächster Gelegenheit noch machen und hier nachreichen. |
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14.07.2022, 23:37
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RE: Hindernistour absolviert
Das gilt wohl für alle Gegenden, in denen Weideroste installiert sind. Kühtai ist aber manchmal schon speziell - ich bin da mal in ein Harley-Treffen am Kühtaisattel geraten und habe vor jeder Kurve den Gabelstapler erwartet, der die Eisenhaufen ums Eck heben mußte Geradeaus haben die aber am Quirl gedreht als ob sie für Bonneville trainieren
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15.07.2022, 00:11
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RE: Hindernistour absolviert
Die dortigen Spitzkehren muss ich im ersten Gang durchfahren. Mit einer Harley würde ich sie vermutlich gar nicht bewältigen. Die Harley-Gruppe hatte offenbar eine besondere Herausforderung gesucht.
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15.07.2022, 00:37
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RE: Hindernistour absolviert
(15.07.2022 00:11)Wolf314 schrieb: Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten.Die dortigen Spitzkehren muss ich im ersten Gang durchfahren. Mit einer Harley würde ich sie vermutlich gar nicht bewältigen. Die Harley-Gruppe hatte offenbar eine besondere Herausforderung gesucht. Von Kematen hoch geht das eigentlich, der Abstieg nach Ötz ist da in meiner Erinnerung schon enger. Sehe schon, ich muß mal wieder nach Tirol... |
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15.07.2022, 09:11
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RE: Hindernistour absolviert
(14.07.2022 23:37)Möööööp schrieb: Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten.Das gilt wohl für alle Gegenden, in denen Weideroste installiert sind. So mancher unvorsichtige Alpentourist musste schon lernen, dass ein frischer Kuhfladen fast so rutschig wie ein Ölfleck ist. Gruß, Hans |
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15.07.2022, 09:18
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RE: Hindernistour absolviert
Und das man eine Kuh nicht umwerfen kann…. Auch nicht mit dem Bike
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15.07.2022, 10:31
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RE: Hindernistour absolviert
(15.07.2022 09:18)Rübe schrieb: Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten.Und das man eine Kuh nicht umwerfen kann Eigentlich bin ich schon froh, wenn das nicht umgekehrt passiert. Deswegen schleiche ich ganz vorsichtig und mit größtmöglichem, respektvollen Abstand an ihr vorbei ohne sie zu erschrecken. |
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15.07.2022, 11:37
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RE: Hindernistour absolviert
Hallo Dieter,
erstmal vielen Dank für Deine sehr bildhafte Schilderung. Vielleicht solltest Du über eine Karriere als Schriftsteller nachdenken. Und ja,vom Ötztal hoch Richtung Kühtai stehen öfter Viecher auf der Straße. Kühe und Pferde sind mir dort ebenfalls schon begegnet. Esel bisher eher weniger. Und den Zirler Berg nauf ,da hat man immer "Hindernisse" mit 4 Rädern im Weg stehen. LKW's, Busse, Wohnmobile, PKW's mit Anhänger... Und man weiss nie,wo die Kieberei grad ihre Laserpistolen testet. Mal abgesehen von der Haltebucht gegenüber vom Restaurant Hirschen in Leithen. Weiterhin gute Fahrt allezeit. Viele Grüße Jürgen |
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15.07.2022, 12:32
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RE: Hindernistour absolviert
Danke für das dicke Lob, Jürgen! Das macht einen ja ganz verlegen.
Gespeist habe ich übrigens in keinem der Kühtaier Nobelrestaurants, sondern in der Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten., wo es sowohl ausgesprochen preisgünstige Gerichte gibt (etwa ein "Bergsteigeressen" für nur 9 €) als auch hervorragend zubereitete Tiroler und internationale Kost zu angemessenen Preisen. Auf der Homepage gibt es noch einige Links sind für Gäste , nicht aktivierte Accounts sowie Nullposter unsichtbar. Bitte registriere Dich erst als Mitglied im Forum, aktiviere Deinen Account oder schreibe Deinen ersten Beitrag. Klick hier zum registrieren, oder hier um den den Aktivierungscode erneut zu erhalten. für an der Landschaft Interessierte. @Möööööp Ganz recht, so ist es. Deshalb fahre ich lieber von Oetz kommend nach Kühtai hoch. Die Strecke von Kühtai nach Kematen ist zurzeit mit den beschriebenen Baustellen versehen. Um diese zu umgehen, könnte man die Tour abändern, indem wie beschrieben nach Kühtai gefahren wird, dann aber wieder zurück nach Ochsengarten, wo ein Abzweig den Haimingerberg hinunter auf die Straße von Oetz über Silz nach Zirl führt. |
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16.07.2022, 21:40
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RE: Hindernistour absolviert
Heute beförderte mich mein Motorrad wieder nach Kühtai. Diesmal bin ich aber bei Seefeld nach Telfs abgebogen, um die Zirler Bergstrecke auszulassen, hinter Silz bei Haiming den Haiminger Berg hoch, wodurch ein toller Blick auf das Inntal möglich ist (Foto 1), hinter Ochsengarten die - solange keine Kuh auf der Fahrbahn steht oder liegt - fast schon langweilige Reststrecke (Fotos 2 und 3) bis Kühtai, wo sich am Ortsanfang gleich links die Dortmunder Hütte befindet (Fotos 4 und 5).
Ausblick auf den See und das frühe Abendessen zeigen Fotos 6 und 7. Heute bestellte ich Spinatknödel in geschmolzener Butter mit geriebenem Hartkäse, grünem Salat und Tiroler Mineralwasser zu 16,60 €. Feinschmecker mögen den dickflüssigen Balsamico am Tellerrand beachten! Das Ostende von Kühtai ist in Foto 8 zu sehen. Vom gleichen Standort zeigt der Blick nach Osten die Straße nach Kematen (Foto 9). Wegen den Baustellen fuhr ich heute jedoch zurück nach Ochsengarten und weiter über Oetz zurück nach Telfs. Dort bog ich ab, um ins stille Leutaschtal zu kommen, das bis nach Mittenwald führt. Dadurch habe ich den Zirler Berg, Seefeld und Scharnitz umfahren. Diese Route ist weitaus schöner, sehr wenig befahren und gilt als Geheimtipp! Gab es Hindernisse? Nur ein einziges Mal, als Pferde auf dem Weg von Ochsengarten nach Oetz die Fahrbahn blockierten, weshalb der dadurch auf seiner Fahrt gestoppte Postbus hupend freie Fahrt forderte. Nachtrag: Am Wochenende ist die Kesselbergstrecke zwischen Kochelsee und Walchensee bergauf (also südwärts) für Motorräder gesperrt. Aber es gibt eine Umleitung über die - heute Nachmittag verkehrsarme - Bahn in Richtung Garmisch-Partenkirchen, auf der kurzzeitig der Tiefflugmodus aktiviert werden konnte. Von Partenkirchen führt eine Straße mit sehenswertem Bergblick nach Mittenwald. |
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25.08.2022, 21:36
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RE: Hindernistour absolviert
Empfehlung für eine preisgünstige Verpflegung auf der beschriebenen Route:
Heute bin ich wieder mal ins Oetztal (allerdings auf dem Weg nach bella Italia bzw. dem römisch besetzten Teil Tirols - je nach Sichtweise) gefahren. Nicht weit nach der Auffahrt zum Haiminger Berg befindet sich an der Bundesstraße 171 links das China Restaurant Asia Palast mit großem Parkplatz. Dort habe ich mir ein vegetarisches Mittagsmenü mit (auf besonderen Wunsch erhältlicher) vegetarischer Vorspeise für 8,50€ bestellt. Ein halber Liter Wasser kostet 50 Cent. Für 9 € kann man dort also pappsatt werden. Die Mittagsangebote gibt es nur Dienstag bis Freitag. Montag ist Ruhetag. (Nebenbei habe ich dadurch heute erst montierte Neureifen eingefahren.) |
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21.07.2024, 20:41
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RE: Hindernistour absolviert
Der heutige Ausflug nach Kühtai war wiederum mit Hindernissen versehen , allerdings von einer ganz anderen Art als vor zwei Jahren.
(1) Nachdem ich vor wenigen Tagen über Landstraßen zu meinem "Hausberg" gefahren bin, wählte ich heute zur Abwechslung die Inntalautobahn in westlicher Richtung. Jedoch fuhr ich auf Wolken im fernen Westen zu, die im Laufe der Zeit immer dunkler wurden. Als schließlich Blitze zuckten und heftige Winde aufkamen, sah ich schließlich ein, dass ich viiiel zu spät losgefahren bin und umkehren musste. (2) Also nutzte ich die nächste Ausfahrt bei Innsbruck, um alsdann den sich nähernden Wolken nach Osten zu entfliehen. Zwar habe ich dies bis südlich des Achensees geschafft, aber über dem See war bereits intensiver Regen und über dessen Südufer ein großer Staubwirbel zu erkennen. Erfreulicherweise war ein Parkplatz mit benachbartem Buswartehäuschen in der Nähe, wo ich mich unterzustellen gedachte. Jetzt kommt eine außerordentlich freundliche Erfahrung: Als ich meine ZZR auf dem Parkplatz abstelle, wo sie den starken Windböen ausgesetzt gewesen wäre, geht die Türe des nahe gelegenen Pflegeheimes auf und eine Krankenschwester weist gestikulierend auf einen Carport direkt am Heim. Gerne nehme ich das Angebot an und stelle dort meine Maschine unter. Damit aber nicht genug! Sogleich wird mir ein Kaffee angeboten, was ich jedoch dankend ablehne. (3) Die ZZR lockt nun noch einen Bewohner im Rollstuhl an, der sich sehr am Motorrad interessiert zeigt, wodurch sich ein anregendes Gespräch in gemütlicher Dreierrunde ergibt, dass weit über das Unwetter hinaus andauert. Dieses "Hindernis" war also von ganz angenehmer Natur, insbesondere, weil bequeme Stühle das Verweilen erleichterten. Schließlich hat sich der übliche Landregen eingestellt, so dass ich - wenn auch erheblich später als geplant - nach Hause fahren konnte, wo ich trotz fehlendem Regenschutz gerade noch mit trockener Haut ankam. Als Résumé bleibt die immer wiederkehrende Einsicht: Motorradfahren ist in überraschender Weise lebensbereichernd. |
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22.07.2024, 06:46
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RE: Hindernistour absolviert
...sehr schöne Geschichte Dieter.
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